Biologiedidaktik

Projekte des IDN - Abt. Biologiedidaktik

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Promotionsvorhaben: Förderung des Systemdenkens von Lehramtsstudierenden in einer interdisziplinären Lehrveranstaltung

Zeitraum: 01.03.2017 - (noch nicht abgeschlossen)
Doktorand: Nicklas Müller, MA
Ziel des Promotionsvorhabens ist die Entwicklung und Überprüfung eines Konzeptes zur Förderung der Systemkompetenz von Studierenden des Lehramts Biologie.

Um die komplexen Zusammenhänge einer globalisierten Welt verstehen zu können, reicht Fachwissen alleine nicht aus (Frischknecht-Tobler et al., 2008, S. 11). Schüler und Schülerinnen können sich erst an einer nachhaltigen Entwicklung beteiligen, wenn sie diese Zusammenhänge als vernetztes System erkennen und verstehen (Rempfler, 2009, S. 73; Rieß, 2013, S. 59). Eine intensivere Förderung der Systemkompetenz von Schülern und Schülerinnen rückt daher immer stärker in den Fokus. Neben dem Vorwissen und dem Interesse hat vor allem die Lehrperson einen Einfluss auf die Vermittlung der Systemkompetenz (Rempfler, 2009, S. 73). Das Systemdenken der Schüler und Schülerinnen kann nur angemessen gefördert werden, wenn ihre Erkenntnisse durch die Lehrkraft reflektiert, aufgegriffen und in einen größeren Zusammenhang gebracht werden (Rieß & Mischo, 2008, S. 147).

Die Lehrveranstaltung FD 5 "Forschungsmethoden und Forschungsprojekte in der Biologiedidaktik" ermöglicht es Studierenden in der letzten Phase ihrer Lehramtsausbildung im Rahmen des "INQUIRE for Teacher Students" ein komplexes Projekt zum Themenbereich Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Biodiversität durchzuführen (Elster et al., 2013). Ziel ist es, sowohl die Systemkompetenz der Studierenden, als auch deren Wissen über Vermittlungsstrategien und Evaluationsmethoden bezüglich der Systemkompetenz zu fördern (Müller & Drachenberg, 2016, S. 15 ff.).

Das erworbene inhaltlich-methodische Wissen nutzen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, um in Gruppen komplexe Planspiele zu entwickeln, die anschließend mit Schulklassen durchgeführt und ausgewertet werden. Die Entwicklung und Evaluation dieses Ausbildungsmoduls ist Inhalt meines Promotionsvorhabens und erfolgt nach dem Prinzip des Design-Based-Research (DBR). Dabei steht die Arbeit mit dem Syndromansatz im Fokus meiner Forschung. In kleinen Gruppen fertigen die Studierenden seminarbegleitend die grafischen Systemrepräsentationen an und verknüpfen ihr neu erlangtes Wissen im Wirkungsgefüge. In einer qualitativen Studie werden die Lernprozesse bei der Erstellung der Syndromansätze und die Effekte auf die Systemkompetenz der Studierenden erforscht.

Quellen:

Elster, D., Barendziak, T., Haskamp, F. & Kastenholz, L. (2013). Inquire for Teacher Students. Case Study UniHB. Verfügbar unter: http://www.idn.unibremen.de/biologiedidaktik/Inquire/UniHB_Case%20Study_Final%20INQUIRE%20Course_28.09.2013.pdf [19.06.2016].

Frischknecht-Tobler, U., Kunz, P. & Nagel, U. (2008). Systemdenken. Begriffe, Konzepte und Definitionen. In U. Frischknecht-Tobler, U. Nagel & H. Seybold (Hrsg.), Systemdenken: Wie Kinder und Jugendliche komplexe Systeme verstehen (S. 11-32). Zürich: Pestalozzianum.

Müller, N & Drachenberg, S. (2016). ?Erlebt Helgoland sein blaues Wunder?? Professionalitätsentwicklung im Rahmen einer interdisziplinären Lehrveranstaltung. In D. Elster (Hrsg.), Wir sind Master 2016. Ausgewählte biologiedidaktische Masterarbeiten durchgeführt an der Universität Bremen (S. 15-34). Aachen: SHAKER.

Rempfler, A. (2009). Systemkompetenz: Forschungsstand und Forschungsfragen. Geographie und ihre Didaktik, 37(2), 58-79.

Rieß, W. (2013). Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Förderung des systemischen Denkens. Anliegen Natur, 35 (1), 55-64.

Rieß, W. & Mischo, C. (2008). Wirkung variierten Unterrichtens auf systemisches Denken. In U. Frischknecht-Tobler, U. Nagel & H. Seybold (Hrsg.), Systemdenken. Wie Kinder und Jugendliche komplexe Systeme verstehen. (S. 135-148). Zürich: Pestalozzianum.


Letzte Änderung: 20.9.2017 | Admin